Dell Inspiron 9400 aufmotzen oder wie behalte ich mein XP mit Windows 7 – Teil 3

Die „neue“ Maschine läuft ohne Probleme und somit können endlich alle Deckel / Abdeckungen verschraubt werden. Jetzt geht es weiter mit der Installation von weiteren Tools.

Installation weiterer Tools

Um die tägliche Arbeit mit der Maschine zu optimieren, kommt selten ein Weg an weitere 3rd Party Tools vorbei, je nach Bedarf. Damit das alles nicht einer Installationsschlacht ausartet, beschränke ich mich immer auf das Nötigste und sinnvollste.

Alternative zum Internet Explorer 11, wird der Mozilla Firefox dazu installiert und auch als Standardbrowser festgelegt. Da leider noch viele Webseiten noch Flash benötigen, gibt es das passende Plugin für den Internet Explorer und Mozilla Firefox. Zur Darstellung von PDF Dateien, wird nicht der Adobe Acrobat Reader genommen, sondern der PDF Exchange Viewer, da dieser von Haus aus schon vielen nützlichen Tools hat. Zum erstellen von PDF Dateien, kommt der Bullzip PDF Printer hinzu. Zum Packen und Entpacken von Archiven landet 7-ZIP auf der Platte und damit die temporären Dateien nicht die Platte voll hauen, wird CCleaner installiert und bei jedem Neustart ausgeführt. Der Canon Drucker kommt auch dazu, jedoch wird nicht der komplette Firlefanz der CD installiert, sondern nur die Treiber und rudimentäre Unterstützung des Multifunktionsdruckers. Das der Sony eBook Reader wieder brav die eBooks synchronisiert, kommt noch Adobe Digital Edition Home drauf und für die Multifunktionsfernbedienung der Logitech Harmony 900 auch das passende Tool.
Zum Schluss kommt der Secunia PSI drauf, welcher optisch auf veraltete Applikationen hinweist bzw. gleich die neue Version installiert. Sehr hilfreich wenn in einer Applikation kein Auto Update integriert ist. Ich selbst nutze dieses Tool seit der Version 1 mit Vista und hatte bis dato noch nie den Fall, das mal ein Update durchgeführt wurde, welches sich negativ auf Leistung der betreffende Applikation auswirkt.

VMware Player

Last but not least, kommt jetzt die Installation des VMware Player und damit dann auch die Nutzung des alten Windows XP. Dieses kopiere ich vom NAS in ein Extra Verzeichnis auf die SSD und kann im VMware Player dieses ohne Probleme einbinden.

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Die erfasste Konfiguration wird soweit angepasst, da etliches in der virtuellen Umgebung nicht benötigt wird.

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Das Display bekommt ein fixen Wert auf 1280×1024, CD und Floppy werden als Datenträger gelöscht. Einer der Netzwerkadapter kann ebenso gelöscht werden, war sicherlich mal der WLAN Adapter. Zum Schluss kann noch die Sound Card gelöscht werden.

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Jetzt kann der virtuelle Power On Knopf wird gedrückt. Nach dem ersten Start vom Windows XP wird erst mal ein Neustart benötigt, klar denn die „Hardware“ ist etwas anders wie in der ursprünglichen Maschine.

Nach dem Neustart kommt leider nicht der gewohnte XP Desktop, sondern die Microsoft Aktivierung. Eigentlich kein Problem diese Lizenz erneut zu aktivieren, denn die Treiber für die Netzwerkkarten sind Hause aus bei XP schon dabei. Aber Pustekuchen, keine Chance die Lizenz zu aktvieren, der Aktivierungsschlüssel wird nicht akzeptiert. Also dann die nervigste Methode, das Telefon! Nach dem Tipterror die nächste Enttäuschung, auch via Telefon keine Aktivierung möglich, grrrrrrr … !!!

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OK also mal wieder die Suchmaschinen quälen und nach kurzer Zeit waren auch die ersten Anhaltspunkte da. Die Lizenz ist mit dem BIOS verknüpft und das klingt sogar sehr plausibel. Das Virtuelle XP hat natürlich dann auch virtuelles BIOS und zwar eines von VMware und somit lässt sich die Lizenz auch nicht nutzen, da das Betriebssystem vergebens auf einen Dell BIOS hofft. Virtual Box hat sogar ein Feature um das Hardware BIOS in die virtuelle Umgebung einzubinden. Jedoch verpufften die Hoffnungen nach den ersten Tests und ein Oracle Fan bin ich auch nicht so wirklich. Alternative mit Microsoft Virtual Server verpuffen sofort, da es überhaupt nicht offen für etwas Neues ist und absolut Arm ist was Erweiterung angeht. Also zurück zum VMware Player und weiter suchen, testen, suchen, testen.

SLP nennt sich der Miesepeter aka System-Locked Preinstallation welcher überhaupt nicht Kooperativ mitwirken will. Mit jener Information ist die weitere Suche und Eingrenzung noch einfacher. Dann bin ich über einen interessanten Beitrag gestolpert „VMware Workstation|Player (Multi-Brand) Bios Installer“. Dieser Beitrag klingt fast zu gut und zu schön um das vorhandene Problem zu lösen.

Dieses kleine Tool ergänzt Programmdateien um die benötigen SLP BIOS Informationen.

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Als Option wurde lediglich der Wert 13 aka Dell mit Enter bestätigt und nach ein paar Sekunden war die Show vorbei.

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Schnell war der Power Knopf gedrückt und … der XP Desktop war da, kein Reaktivierung der Lizenz, nix desgleichen als ob nie was gewesen wäre, Cool!

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ie Änderungen sind nicht pro virtueller Maschine angepasst worden, sondern für den gesamten VMware Player. Das ganz lässt sich dann auch wieder zurück setzen. Mittels der Auswahl “00” wird alles wieder zurück geschraubt und dann klappt auch meine Virtuelles XP nach einem Neustart nicht mehr.

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Ob das ganze lizenzrechtlich in Ordnung ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und kommt auf die genauen Lizenzbedingungen beim Erwerb der Lizenz an. Als Privatperson müsst ihr euch aber hier in der Regel keine Sorgen machen, wenn ihr das für den Privatgebrauch macht und schön brav die Windows XP Lizenz auf legalem Weg erworben habt. Mit viel Fantasie könnte man das Aushebeln der SLP im VMware Player als Umgehung eines Kopierschutzes deuten, aber auch hier kann das wohl nur abschließend ein Richter entscheiden. Als Privatperson würde ich mir aber auch hier eher weniger Gedanken machen. Gewerblich sollte man diesen Weg aber definitiv nicht gehen, da das schnell in die Hose gehen kann und man dann evtl. eine Abmahnung im Postfach hat.

Weiter geht es mit der Installation der VMware Tools, dann ist es auch nicht mehr ganz so zäh damit zu arbeiten. Nach einem Neustart kann die Entschlackungskur losgehen. Jegliche Hardwaretreiber werden deinstalliert und dann nochmals neu gestartet. Schon sind etliche Fehlermeldungen ausgeblieben. Weiter geht es überflüssigen Applikationen und sonstige 3rd Party Software. Lediglich das alte Office und ein Virenscanner sollten ausreichen. Natürlich auch all jene Programme welche nicht mehr unter Windows 7 laufen bzw. zu aufwendig ist diese zu installieren.

Jetzt noch die alten Festplatte in das USB 3 Gehäuse einbauen und die lediglich die zweite Partition mit dem Laufwerksbuchstaben D: versehen und schon ist auch die alte D: Partition wieder als D: im neuen System nutzbar.

Benchmarks

Startzeit
Jetzt kommt die große Offenbarung. Wie schnell ist die Kiste denn nach dem Umbau? Der Schnitt mit dem alten System lag bei 4m2s. Der Schnitt muss schon unter 60 Sekunden sein, wobei mit SATA-I könnte es auch leicht drüber sein, wäre jedoch immer noch schneller wie 242 Sekunden.
Das große Staunen und die Zahlen belegen eine noch bessere Performance wie erwartet. Der Schnitt liegt bei lediglich 44 Sekunden! IMPRESSIVE!!! Die Kür wurde gemeistert und damit auch das ganze Vorhaben.

ATTO
Von 42 MB/s auf 128 MB/s zeigt ganz klar, dass der Performancegewinn lediglich der SSD geschulten ist. Der ATTO Benchmark zeigt auch ganz gut auf, das die Schnittstelle SATA-I der Flaschenhals an sich ist, jedoch verzeihbar, da die Transferrate sich verdreifacht hat.

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 CrystalDiskMark
Gleiches Bild bei diesem Benchmark. Deutlich zu sehen ist der Zugewinn bei 512k Größen um den Faktor 6 und Faktor 50 bei der Größe von 4k.

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HD Tune
Im Vergleich zur alten Festplatte, schaut der Graph nicht wie ein Wasserfall aus und liegt kontinuierlich bei fast 100 MB/s und die Zugriffszeit von 17.5ms auf 0.2ms ist die Paradedisziplin einer SSD.

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Allgemeiner Eindruck und Resümee

Schnell, schneller, SSD! Vorbei die Zeit das die Erweiterung des Arbeitsspeicher ein Mehrgewinn an Geschwindigkeit eines System gibt. Die kleine Geräuschlose Schachtel hat aus dem Oldtimer Dell 9400 ein Youngtimer gemacht. Windows ist schnell gestartet und es kann sofort losgelegt werden, parallel mit Windows XP können noch alte Applikationen in Ruhe migriert werden, XP kann jederzeit das Netzwerk abgedreht und überhaupt macht es einfach Spaß wieder mit der Maschine zu arbeiten.

101€ (SSD und Windows 7), hätten sicherlich auch ausgereicht um das Inspiron 9400 zu beflügeln. Ein günstiger Preis für ein so großen Schub der Gesamtperformance, absolut vertretbar und äußerst zu Empfehlen, wer sein aktuellen XP Rechner ohne SSD mehr Schub geben will.

200€ Investition für das Gesamtpaket ist meiner Meinung nach auch noch absolut vertretbar, zumal das alte XP Betriebssystem nicht verloren ist und parallel mit Windows 7 weiterhin genutzt werden kann.

Es kommt allemal auf die Ausgangslage darauf an, ob und in welchen Umfang sich solch ein kleines Facelift lohnt. In Anbetracht der Tatsache das das Notebook über 1000€ in der Anschaffung gekostet hat, sind 20% Reinvestition für die nächsten sechs Jahre keine Fehlinvestition.

Vielleicht steht mal ein CPU und/oder GPU Upgrade an, dann wäre sicherlich ein weiterer Artikel drin. Spätestens jedoch 2019/2020 wenn das Ende von Windows 7 ansteht.

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