Das Neue Testament (der digitalen Welt)

(Foto von pixabay.com) Das digitale Zeitalter schreckt auch nicht vor dem Tod zurück. Oder anders ausgesprochen, was passiert mit den ganzen Online Konten / Güter / Verträge etc.? Früher war alles anders und überschaubar leichter zu regeln. Dank dem digitalen Zeitalter und dem Internet, sind Online Konten bei diversen Anbieter gang und gebe. Zeit um auch solche Dinge in ein Testament zu erwähnen.

Online Einkaufen macht Spaß und dank der Auswahl an Anbieter ist die Auswahl riesig. Leider nimmt dadurch auch die Anzahl der Online Konten bei diversen Händlern zu. Nach ein paar Jahren sind da schnell mal paar dutzend Konten zusammen gekommen. Doch wer gerne noch gesprächig unterwegs ist, wird sich in diversen Social Media Seiten ein Konto erstellt haben. Schwupps wieder ein dutzend mehr. Das waren sicherlich die größten Happen und mit Abstand sicherlich auch die einfachsten wenn es um eine Löschung des Konto geht.

Doch was ist mit dem Kauf von digitalen Gütern?

Hier mal ein Song gekauft, dort ein Buch, hier eine App in einem Store. Alles ordentlich gekauft und doch nichts physikalisch der Hand. Wer dann noch Spieleplattformen wie Steam eifrig nutzt, sind schnell mal ein paar hunderte Euro weg. Gleiches gilt für die ganzen Papierordner, welche mittlerweile eher in der Cloud bei einem Anbieter wie Dropbox und Co landen, als ausgedruckt und abgeheftet.

Alt versus Neu

Die Fotoalben der Familie sind nicht mehr als physikalisches Fotoalbum im Regal zu Hause, sondern auch eher in der Cloud oder auf irgendwelche andere Speichermedien. Geschlossene Verträge mit irgendwelchen Anbieter werden kaum noch via Briefpost zu einen geschickt. Lieber liegt das Dokument online Bereit zum herunterladen und zum selbst ausdrucken bereit.

Das ganze wird in den kommenden Jahren sicherlich nicht weniger werden. Das Internet hat die Konsumgewohnheit stark verändert bzw. geprägt. Nicht alles hält Schritt und so sollte sich wirklich jeder um den Digitalen Nachlass einmal darüber nachdenken.

Rechtliches

Die obigen Punkte sind relativ Einfach zu übernehmen, wenn die Zugangsdaten jedenfalls sauber und aktuell dokumentiert wurden. Sicherlich ist es noch einfach, wenn es sich um Güter handelt, welche nur einmalig Kosten verursacht haben. Bei geschlossenen Verträgen mit Monat-/Jährlichen Kosten ist das wieder anders. Da kommt es wieder auf den Anbieter an, wie in solch einem Fall individuell eine Übernahme bzw. Kündigung des Vertrages praktiziert wird.

Domaininhaber mit gemieteten Webspace werden sich auch den Anbieter wenden müssen. Auch hier ist wieder der Vorteil wenn die Zugangsdaten vorhanden sind, kann vorab schon auf bestehenden Informationen zugegriffen werden. Besonders dann, wenn z.B. individuelle Emailadressen für obige Artikel/Anbieter existieren und mit einer Passwort vergessen Funktion, ein Zugriff auf das Konto benötigt wird.

Resümee

Nicht alles was als digitales Gut augenscheinlich „gekauft“ wurde, geht in seinen eigenen Besitz über. Entweder ist ein MP3 Album nur lizensiert, oder gar nur gemietet wenn auch auf Lebenszeit, jedoch kann dies nicht vererbt werden. Da muss jeder einmal die Allgemeine Geschäftsbedingungen des Anbieter durchlesen, wem überhaupt was gehört, oder lieber gleich mit einer Liste an zu einem Fachanwalt für Erbrecht im Vorfeld abklären, was wie vererbt werden kann bzw. wie.

Meiner Meinung nach ist der einzige und sinnvollste Ansatz wäre, daß alle Konten und sonstige Zugangsdaten zentral dokumentiert sind. Da bietet sich ein alter Artikel von mir an, welcher als Ergänzung gut dazu passt „NSAgate – Was sich bei mir geändert hat„. So hat wenigstens der Erbe dann Zugriff auf die Informationen und kann dementsprechend weiter handeln. Aber nicht vergessen, immer aktuell halten.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Vererbung

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article118023736/Fuer-den-digitalen-Nachlass-fehlen-noch-Regelungen.html

http://www.badische-zeitung.de/computer-medien-1/wie-die-rechtslage-bei-digitalen-guetern-aussieht–86687303.html

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