RaspberryPi 3 - Teil 5

Raspberry Pi 3 – Die eigene Cloud

Endspurt! “Meine Daten bleiben mir!” steht an und ist vorerst der letzte Teil der Serie. Unter Daten verstehe ich mehr wie nur Dateien, sonst hätte allemal auch Seafile o.ä. gereicht. Daher wird owncloud bei mir mit Kalender (CalDAV) und Kontakte (CardDAV) als zentrale sichere Plattform genutzt. Vermutlich werde ich noch zwei weitere hinzufügen. Einmal ein Ableger von owncloud und zwar Nextcloud und die Erstellung eines eigenen kostenlosen Zertifikat mit Lets Encrypt. Doch erst einmal weiter mit der Installation von owncloud 9.1 auf dem Raspi.

Vorbereitung

Die Ausgangslage stammt von Raspberry.Tips und dem guten owncloud Forum. Der Start gestaltet sich etwas schwierig, da es mit einer einfachen Installation via apt-get nicht sofort klappt. Dazu muss mit den nächsten drei Zeilen erst einmal die Quelle für die Installation von owncloud dem System bekannt gegeben werden.

Installation

Nur noch die Quellen aktualisieren (Zeile 1) und mit der zweiten Zeile wird die Installation gestartet. Während der Installation muss erstmalig ein Kennwort für MySQL eingegeben werden.  Nicht vergessen, es ist das root/Admin Kennwort und wäre nicht schlecht wenn sicher gespeichert wird, wie z.B. in einem anderen Artikel von mir mittels Keepass. Nach der Installation wird die MySQL Konsole aufgerufen (Zeile 3) . Mit den nächsten Zeilen wird eine neue Datenbank mit der Bezeichnung “owncloud” erstellt (Zeile4). Dann wird ein ein Benutzer (WunschBenutzername) mit Kennwort (WunschKennwort) erstellt (Zeile 5). Diese zwei Werte, werden später für die weitere Installation via Webbrowser benötigt. Dann erhält der neue Benutzer vollen Zugriff auf die neue Datenbank (Zeile 6).  Danach wird der Remote Zugriff des root Benutzer entfernt (Zeile 7) und die Berechtigungen neu gesetzt (Zeile 8). Abschluss mit der letzten Zeile und schließen der MySQL Konsole.

Apache anpassen

Mit der Installation von owncloud, wird nicht nur automatisch MySQL intsalliert, sondern kommt auch gleich noch der Apache Webserver mit. Unter anderem wird auch dieser noch mit den nächsten Zeilen angepasst. Die erste Zeile benennt die index.html Datei um. In der nächsten Zeile wird die apache2.conf gesichert und danach wird diese editiert. Mit dem entfernen von “Indexes” wird das Anzeigen von Ordner und Dateien im Apache entfernt und es erscheint dann eine Fehlermeldung, das die Datei bzw. Verzeichnis nicht existiert.

Nun noch dem Apache Hostname einen ordentlichen Namen verpassen, da sonst bei einem Restart vom Apache bzw. Neustart des System der Apache mit einem Fehler beendet wird und somit keine Webseiten im Browser angezeigt werden.

Zum Abschluß der Anpassungen des Apache wird noch das Modul “headers” aktiviert und in der nächsten Zeile die Berechtigung/Besitzer des owncloud Verzeichnis geändert. Nun den Apache Dienst neu starten (restart) oder lediglich die Konfiguration neu laden (reload).

Webcache APCu

Damit die owncloud Webseite ein wenig mehr in Fahrt kommt, wird noch APCu als Servercache installiert (Zeile 1) und danach die APCu ini editiert (Zeile 2). Die nächsten zwei Zeilen, werden hinzugefügt und die Apache Konfiguration neu laden (Zeile6).  Zum testen wird noch die apc.php in das DocRoot kopiert (Zeile 7) und mit einem Browser dann die Webseite aufrufen.

Owncloud finalisieren

Nun kann die owncloud Webseite (http://IP/owncloud) aufgerufen werden und damit geht es dann in die finale Phase. Diese schaut dann wie folgt aus und gibt so wäre auch die Installation fertig zustellen.

OwncloudErstanmeldung

Wichtig wäre nur zu erwähnen, das als Datenbank “MySQL/MariaDB” ausgewählt werden muss und den Benutzer mit samt dem Kennwort von der Installation eingetragen werden muss. Der Benutzername für den Admin Account kann frei gewählt werden, ebenso natürlich das Kennwort. Das Datenverzeichnis bleibt unangetastet, da die Daten nicht extern auf ein anderen Datenträge umgeleitet werden, sondern auf der SD Karte bleiben.

Je nach Version des Pi kann es einige Minuten dauern (Pi2) bis einen kurzen Moment (Pi3). Dabei wurde auch die Konfiguration erstellt, welche dann auch individuell angepasst werden kann.

Zur Sicherheit wird erst einmal eine Sicherung erstellt (Zeile 1) und dann editiert (Zeile 2). Meine Anpassungen beginnen ab Zeile 3. Die letzte Zeile liest die Änderungen neu im Apache ein.

Cronjob

Mittels AJAX wird die Seitendarstellung innerhalb von owncloud immer neu aufbereitet. Optimal ist es jedoch mit einem Cronjob dies im Hintergrund laufen zu lassen. Es wird für den Benutzer “www-data” ein neuen Cronjob erstellt (Zeile 1). Dieser führt alle 15 Minuten die cron.php aus (Zeile 2) und bringt damit eine spürbare Verbesserung der Performance.

Danach im Adminpanel noch von AJAX auf Cron umstellen.

owncloud_cron_ajax

Backup anpassen

Natürlich muss noch die Datensicherung angepasst werden, denn es gibt zwei weitere Dienste welche vor der Datensicherung beendet werden müssen. Also mal wieder die raspibackup.sh Datei editieren (Zeile 1) und in den STOP_SERVICES/START_SERVICES die zwei Dienste hinzufügen (Zeile 2 und 3).

Netzwerkfreigabe erstellen

Ab und an gibt es ein paar Apps, welche nicht im owncloud Appstore sind, sondern auch mal 3rd Pary Apps. Daher gebe ich direkt das Document Root vom Webserver im Netzwerk frei. So können dann auch mal andere Webprojekte recht schnell ausprobiert werden. Dazu muss die SMB.conf editiert werden (Zeile 1) und am Ende der Konfiguration via Copy & Paste die restlichen Zeilen einfügen.

Natürlich wie immer… Mal wieder ein Dienst neu starten und zwar dem SAMBA Dienst, das die Konfiguration übernommen wird.

Das war`s … “schon” ist der RasPi Einsatzfähig und verrichtet als Universaltalent seine Dienste.

Fazit

Mein Fazit fällt recht einfach aus, wer basteln will findet mit dem RasPi eine gute Grundlage. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Zeit, denn wer bisher nur mit Windows hantiert hat, muss sich von dem Windows “Framework” lösen und fast bei Null anfangen, denn Linux ist eine andere Welt. Es macht jedenfalls Spaß einfach was anderes auszuprobieren. Wer weiß was demnächst noch so für die kleinen Einplatiner für Einsatzgebiete anstehen. Langweilig wird es jedenfalls nicht und mal schauen was mich als nächstes mit dem RasPi reizen könnte …

 

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