RaspberryPi 3 - Teil 2

Raspberry Pi 3 – Die Basis für alles

Im zweiten Teil geht es ans Eingemachte und ich beschäftige mich erst einmal nur um eine sauber Basis, für alle weiteren Applikationen/Schritte. Nachdem die aktuelle Raspian Jessy Lite hier heruntergeladen wurde, wird das Image nur noch auf die SD Karte drauf gepackt. Dazu gibt es bei RaspberryPi.org eine einfache Anleitung hier zu finden. Bei Bedarf kann ich auch gerne noch eine “Oma” Anleitung mit Bilder und Co. erstellen :-)

Basis Konfiguration mit was?

Jetzt fix alles zusammen stecken und schwupps blinkt auch schon das erste Lämpchen vor sich hin. Nun gibt es drei Möglichkeiten mit dem Raspi Kontakt aufzunehmen.

  • Direkt mit Keyboard und Display
  • Mit dem USB<->COM Adapter und mit einem SSH Client
  • Via Netzwerk IP und mit einem SSH Client

Zu dem Zeitpunkt meiner Tests, war die USB<->COM Methode nicht möglich. Mit den Vorgängermodellen gab es nie die Probleme. Ab dem Pi3 sind die benötigten Pins für Bluetooth zugewiesen und um das Problem zu beheben muss erst via Console die Änderungen umgesetzt werden. Dazu aber dann später … Daher habe ich mich für die einfachste Methode via Netzwerk IP entschieden. Der Raspi meldet sich am lokalen DNS mit dem Computernamen “raspberrypi” an. Mit Putty (SSH Client) dann ein leichtes die Verbindung herzustellen, wie z.B. mit der Befehlszeile “putty -ssh raspberrypi -l pi -pw raspberry“. Auch hier gilt, bei Bedarf kann ich dafür auch noch gerne eine “Oma” Anleitung nach schieben :-)

Updates und Upgrades

Der erste Befehl ist für die Grundkonfiguration des Pi

Da sind dann folgende Punkte dran:

1. Expand Filesystem (Enter zum bestätigen)
2. Change User Password (Wichtig! Zweimal neues Passwort eintragen)
5. Internationalisation Options – I2 Change Timezone (Europe/Berlin)
5. Internationalisation Options – I4 Change Wi-Fi Country (DE)
6. Enable Camera (Enable)
9. Advanced Options – A2 Hostname (Standard ist “raspberrypi”)
Reboot (Yes)

Nun wird die Softwarepaketliste aktualisiert

Um dann mit den folgenden Befehlen, die Softwarepaket auf den neusten Stand der Softwarepaketliste gebracht (upgrade). Mit dem nächsten Befehler werden neue Softwarepakete installiert (dist-upgrade). Mit dem letzten der drei Befehler wird der Cache für die aktualisierten Softwarepakete bereinigt (clen). Als letztes gibt es noch ein Neustart und schon sind die Softwarepaket aktualisiert.

Firmware aktualisieren

Als letztes wird das Betriebssystem noch auf den aktuellsten Stand gebracht. Mit einem Befehl kann der aktuelle Stand angezegt werden (uname).

Jetzt noch die Software zur Aktualisierung der Firmware installieren

Und mit der obigen Zeile, wird die Firmware dann auch schon heruntergeladen und installiert. Optional gibt es noch die Möglichkeit etwas in die “Zukunft” zu schauen. Mit der unteren Zeile wird die kommende Aktualisierung schon vorab installiert. Das ganze ist vergleichbar mit den Microsoft Windows 10 “Slow Ring”.

Der ganze Prozess schaut dann in etwas wie in den nächsten Zeilen aus

Da ein Neustart nötig ist, wird dieser dann gleich wie folgt ausgeführt. Zur Kontrolle noch mit uname, die aktuelle Firmwareversion anzeigen.

Das waren jetzt die wichtigsten Befehle, damit der Pi auf den aktuellsten Stand ist.

Bluetooth

Der Pi3 hat jetzt Bluetooth mit an Board, doch leider hat dies auch einen negativen Einfluss auf die Nutzung der lokalen UART Konsole. Mit dem Pi und Pi2 hatte ich bisher immer die seriellen Konsole genutzt und ist ein guter Fallback, wenn das System mal nicht will. Wer Bluetooth nicht benötigt, kann diesen dann deaktivieren und somit die UART Konsole wieder zum leben bringen (https://openenergymonitor.org/emon/node/12311).

Dies geschieht mit den folgen Zeilen recht schnell und einfach. Die erste Zeile öffnet den Textzeileneditor nano. Dann die nächste Zeile am ende der Datei config.txt einfügen und die abspeichern. Mit der dritten Zeile wird der Systemdienst für Bluetooth dauerhaft deaktiviert. Danach wie gewohnt, Reboot tut gut.

WLAN

Da ich wahrscheinlich via Power over Ethernet (PoE), mein Raspi mit dem Netzwerk und Strom versorgen werden, ist der Fokus vom WLAN nicht wirklich ein Augenmerk für den Betrieb. Dennoch hatte ich mir die WLAN Funktion angeschaut und hatte sogar ein Problem in Verbindung mit einer Fritzbox 7490. Am Anfang hat es mit dem Kanal 13 und dem Pi3 nicht geklappt. Obwohl die Channel List alle 13 angezeigt hatte, war eine Verbindung nie möglich. Erst nach einem Update der Firmware auf den Next Branch, war dann ein Verbindung ohne Probleme möglich. Natürlich hat auch ein Wechsel des Kanal an der Fritzbox <12 dann mit dem Pi3 geklappt.

Zu Beginn ist das WLAN automatisch aktiviert und eingeschaltet (https://www.raspberrypi.org/documentation/configuration/wireless/wireless-cli.md). Die erste Zeile gibt eine Info zurück, welche Kanäle aktiviert sind. Es sollten 13 für den Euopäischen Raum angezeigt werden. Wenn es weniger sind, kann es an der Pi Konfiguration liegen oder eine alte Firmware ist noch vorhanden.

Mit eine der beiden nächsten Zeilen wird nach aktiven WLAN Zugängen gesucht. Die zweite Zeile ist die schnelle Ausgabe, während die dritte auch die Verschlüsselungsart und Signalstärke ausgibt.

Dies schaut dann in etwas so aus

Raspberry Pi - WLAN

Raspberry Pi – WLAN

Wenn das eigene WLAN angezeigt wird, geht es weiter mit der eigentlichen Konfiguration (http://strobelstefan.org/?p=4282 und https://learn.adafruit.com/adafruits-raspberry-pi-lesson-3-network-setup/setting-up-wifi-with-occidentalis). In der “interfaces” Datei wird die WLAN IP Adresse von manuell/statisch auf DHCP umgestellt.

Jetzt wird die “wpa_supplicant.conf” editiert, da hier u.a. die Ländereinstellung und die SSID/Passwort des WLAN beinhaltet und angepasst werden muss (http://www.forum-raspberrypi.de/Thread-raspbian-noobs-wie-aktiviert-man-das-wlan-beim-raspberry-pi-3?page=5).

Bei Verwendung von einer statischen IP Adresse muss die “dhcpd.conf” wie folgt angepasst werden.

Nachdem jetzt alles angepasst bzw. konfiguriert wurde, gilt wie immer für ein Test, Reboot tut gut mit sudo reboot.

Da ich jedoch kein WLAN benötigt, deaktiviere ich dieses mit den folgenden Zeilen. Zuerst wird die raspi-blacklist.conf mit nano editiert und füge am Ende der Datei die nächsten zwei Zeilen ein. Datei speichern und dann mit einem Neustart gleich testen ob es geklappt hat (http://raspberrypi.stackexchange.com/questions/46157/disable-rpi-3-wifi).

Midnight Commander

Als kleines “GUI” Tool habe ich mir noch den Midnight Commander installiert. Wer den alten Norton Commander aus der DOS Zeit kennt, mag auch den NC Klon. Dies geht recht fix (http://www.einplatinencomputer.com/pi-datei-explorer-midnight-commander-installieren/) mit der folgenden Zeile und fertig.

Automatische Updates

Jetzt ist auch die Hardware so weit angepasst wie gewünscht und jetzt geht es an die Automatisierung von Updates und Upgrades (http://scriptingcorner.net/2015/05/31/automatische-updates-mit-unattended-upgrades/).

Mit der ersten Zeile wird die Installation des unbeaufsichtigten Upgrader installiert. Mit der nächsten Zeile wird eine Art “Autostart” Datei erstellt.

In diese werden die folgenden Zeilen hinein eingefügt

Diese Konfiguration sagt nichts anderes aus, das immer für die Debian Jessie Version, die Updates und Security Updates installiert werden sollen. Die letzten vier Zeilen bereinigen die Zusammenhänge und wird in der Nacht um 2:00 Uhr automatisch neu gestartet.

Jetzt noch eine weitere Konfiguration welche die Häufigkeit und automatische Bereinigung enthält.

Da bei den Software Updates auch neue Konfigurationsdateien enthalten sein können, wird den folgende Zeilen, die ursprüngliche Konfigurationsdatei beibehalten. Hat natürlich den Vorteil das die Gefahr sehr niedrig ist, das auf einmal nichts mehr geht, anderseits kann sich die Software ein wenig ändern, das eine neue Konfiguration u.a. mehr Sicherheit oder Performance bringen könnte. Je nachdem welche Applikation bei dem Update davon betroffen ist. Ich belasse es jedenfalls auf ein nicht überschreiben der Konfigurationsdateien.

Jetzt noch testen ob das soweit klappt, mit jener Zeile

Jetzt noch eine Kontrolle ob auch ein Log erstellt wurde und dazu die Datei wie folgt anschauen

Windows Freigabe einbinden

Jetzt noch das wichtigste zum Schluß, Backup auf ein Windows Share (http://cagewebdev.com/index.php/raspberry-pi-accessing-your-windows-shares/ und http://mein.homelinux.com/wiki/dienste/samba und https://anothersysadmin.wordpress.com/2007/12/17/howto-mount-samba-shares-in-fstab-using-a-credential-file/).

Endspurt… Die erste Zeile erstellt ein Verzeichniss im Mount (mnt) Verzeichniss mit der Benennung NAS. Falls noch nicht bekannt ist, das ganze ist Case Sensitive, d.h. Groß-/Kleinschreibung wird berücksichtigt. Ein Verzeichniss NAS ist das gleiche wie nas oder Nas, also ein wenig Aufpassen. Das gilt bei jeglichen Umgang mit Datei-/Verzeichnissnamen und so weiter.

In der zweiten Zeile wird eine Datei erstellt, welche den Benutzer und das Kennwort für die Windows Freigabe beinhalten wird.  Diese ist sehr einfach gehalten, lediglich Zeile drei und vier das wars dann auch. Die Zeile fünf und sechs setzt die Berechtigung auf die Kennwortdatei für den root Account. In der Zeile sieben wird in der fstab (File Sytem Table) die Verbindung der Windows Freigabe ins lokale Dateisystem des Pi definiert. Die letzte Zeile ist ein Test ob die Einbindung klappt, welches auch nach einem Neustart automatisch passiert.

Nun wird mit der nächste Zeile der Verzeichnissinhalt von der Windows Freigabe angezeigt. Da bisher schon einiges geändert/angepasst wurde, mal wieder ein Reboot tut gut.

Autmoatisches Backup

Die Vorarbeit für die automatische Sicherung (http://www.forum-raspberrypi.de/Thread-tutorial-automatisches-erstellen-eines-backups-pi-sichert-sich-selbst) ist soweit erledigt, da die Sicherung direkt auf die Windows Freigabe erstellt wird.

Mit der ersten Zeile wird die aktuelle fstab ausgegeben. Da wird u.a. die obige Zeile enthalten sein, um die Windows Dateifreigabe einzubinden. Wenn mit der SD Karte der Pi betrieben wird, dann werden die Zeilen zwei und drei so, oder ähnlich ausschauen. Die letzte Zeile erstellt eine Datei, welche das Backscript enthalten wird.

Das Backupscript schaut dann so aus

Jetzt noch die Berechtigung für die Datei anpassen und markieren das diese auch ausgeführt werden darf (+x).

Zuletzt wird noch mit der folgende Zeile, die automatische Ausführung des Scripts definiert. Die zweite Zeile beinhaltet die Ausführungszeit an jedem Montag um 2:30 in der Nacht. Weitere Variationen der Zeit/Tage gibt es hier http://linuxwiki.de/crontab.

Und jetzt der finale Test, ob die Datensicherung soweit ohne Fehler durch läuft, wird der folgende Zeile getestet.

Das Resultat sollte dann in etwa so ausschauen

Das wars jetzt soweit und darauf bauen dann die nächsten Teile darauf auf. Sollte mal eine Zwischensicherung, vor einem “Ausprobieren” mal nötig sein, so kann manuell immer mal eine via Konsole wie oben beschrieben erstellt werden. Auf gehts zum nächsten Teil …

Series Navigation<< Raspberry Pi 3 – Meine neue AllzweckwaffeRaspberry Pi 3 – Temperatur erfassen >>
Kategorie: Hardware, Software; Stichwort: , , , , , , , , .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.