Dell Inspiron 9400 aufmotzen oder wie behalte ich mein XP mit Windows 7 – Teil 2

Jetzt geht es ans Eingemachte und die Hardware wird besorgt und eingebaut. In diesem Sinne viel Spaß mit dem zweiten Teil der Triologie wie man einen Dell Inspirion 9400 aufmotzen kann und dabei nicht zuviel Geld in die Hand nimmt. :-)

 

Die Einkaufsliste steht und damit ging das Shopping recht schnell über die Bühne. Der Kassenzettel schaut wie folgt aus:

  • Windows 7 Home 64Bit = 35€
  • USB 3.0 ExpressCard/54 = 17€
  • WLAN Intel 7260 + Adapter = 17€
  • Bluetooth Dell 360 = 15€
  • Arbeitsspeicher 4GB Kit = 60€
  • Festplatte SSD 128GB Ultra Sandisk = 56€

Alle Preise sind gerundet mit MwSt. und incl. Versandkosten und somit kommt die Summe auf eine Punktlandung von 200€. Die Mühe hat sich jedenfalls gelohnt, nicht immer das erste Angebot zu nehmen. Gutscheine, Aktionen, Angebote und Kombination von mehreren Artikeln bei einem Anbieter lohnen sich. Und so schaut der Warenkorb dann aus:

Übersicht der Hardware Upgrades

Übersicht der Hardware Upgrades

Der Einkaufskorb ist gut gefüllt und somit kann es jetzt ran gehen, das alte System zu virtualisieren.

Windows XP Virtualisieren

Nach der Installation des VMware Converter wird mittels „Convert Machine“ der Conversion Wizard gestartet.

VMware Converter 1

VMware Converter 1

 

 

Im ersten Schritt wird die Source bestimmt, welche virtualisiert werden soll. In meinem Fall „This local machine“ also der lokale Rechner auf dem die Software installiert ist. Jedoch wäre auch via Netzwerk dies möglich gewesen bzw. kann ein Rechner in der Ferne damit auch virtualisiert werden.

VMware Converter 2

VMware Converter 2

 

Im nächsten Schritt wird das Ziel definiert, auf welches das virtuelle System gespeichert werden soll. Da später das virtuelle XP mit dem VMware Player genutzt wird, ist die Auswahl des VMware product auf „VMware Player 6.0.x“ gesetzt. Anschließend kann der Name frei gewählt werden und ist hier gewollt auf „DELL9400“ benannt. Da die Schreibrate vom USB 2.0 bei diesem Modell recht klein ist und 100 MBit/s Netzwerk doch schneller ist, habe ich mich für die Sicherung auf meinem NAS entschlossen.

VMware Converter 3

VMware Converter 3

 

Im nächsten Schritt gibt es eine Übersicht der zu virtualisierende Maschine. Da lediglich nur das Betriebssystem auf der Partition C benötigt wird, ist die zweite Partition D via den Edit Button der Auswahl „Data to copy“ entfernt worden. Sonst wurde nichts angepasst, denn weniger ist in dem Fall mehr. Je mehr in der Ursprünglichen Konfiguration geändert wird, kann es sein, das daraus entstehende virtuelle Maschine nicht mehr rund läuft.

VMware Converter 4

VMware Converter 4

 

Der letzte Schritt zeigt die Übersicht über die zuvor getroffene Auswahl und erkannte Informationen.

VMware Converter 5

VMware Converter 5

 

Mit dem Button „Finish“ beginnt dann auch sofort das „Absaugen“ des laufenden Betriebssystems. Für eine 55GB Partition hat die Umsetzung fast eine halbe Stunde gedauert. Die reale Belegung mit Daten, sind keine 55GB sondern 28GB, was dann ca. 1GB pro Minute wäre.

VMware Converter 6

VMware Converter 6

 

Nach der erfolgreichen Sicherung habe ich erst einmal mit einer anderen Maschine getestet, ob überhaupt die Virutalisierung des Dell 9400 geklappt hat oder nicht. Da hat sich das NAS schon wieder bezahlt gemacht und so das hin und her stecken einer USB Platte ersparen.
Der Test war erfolgreich, das System startet, es kommen keine BSoD (Blue Screen of Death) oder sonstige Hardware Fehler und an sich läuft es auch stabil, bis auf einen Punkt, welcher später erklärt wird.

Das Pimpen kann beginnen

Vor dem ersten Herumschrauben muss die Maschine, muss das Netzteil und der Akku entfernt werden. Nur so ist ein Stromloses arbeiten natürlich möglich. Wegen statischer Aufladung, reicht normal ein Handgriff an einem blanken Heizungskörper.
So schaut der Dell von unten aus, mit den Komponenten welche getauscht bzw. entfernt werden.

 

Dell 9400 mit zu tauschenden Komponenten

Dell 9400 mit zu tauschenden Komponenten

 

 

WLAN

Als erstes geht es an die WLAN Karte. Die Entwicklung geht auch hier natürlich auch weiter und so gab es nur Karten mit halber Höhe. Aus diesem Grund musste unbedingt noch der Adapter für die Verlängerung gekauft werden, da die Karte selbst nur an den oberen Öffnungen an der Halterung einschnappt. Ohne diesen Adapter würde die Karte nur im Sockel stecken und könnte dann irgendwann auch heraus fallen, zumal die Antennenkabel auch ein wenig zug auf die Karte ausüben.

 WLAN_II WLAN_I WLAN_III

Bevor die WLAN Karte getauscht wird, befreie ich das System noch von der Analog Modem Karte. Zumal wird diese sowieso nicht verwendet und erspare mir dadurch einen weiteren Treiber.

Modem_I Modem_II

Jetzt wird die alte WLAN Karte ausgebaut. Lediglich das ablösen der Antennenkabel sollte behutsam durchgeführt werden, da diese noch benötigt werden und mit Hilfe einer Pinzette ließ sich dies auch einfach bewerkstelligen.

 WLAN_IV WLAN_VI WLAN_V WLAN_VII

Da die neue WLAN Karte nur noch halb so lang ist, sind die Buchsen für die Antennenkabel ebenso verrutscht. Die Antennenkabel sind jedoch lang genug, das diese wieder angeschlossen werden können. Die farbliche Kodierung ist bei zwei Antennen eine 50:50 Chance das diese nicht korrekt angesteuert werden. Da es zuvor eine Intel WLAN Karte war und danach auch, wurden die Kabel 1:1 wieder angeschlossen.

WLAN_VIII WLAN_IX WLAN_X

Bluetooth

Das Bluetooth Modul ist sehr schnell und unkompliziert verbaut. Der Zugang zum Anschluss ist ebenso auf der Unterseite und der Anschluss selbst lässt nur eine Steckrichtung zu. Anschliessend kann das Modul unter der Plastikzunge aretiert werden.

BT_I BT_II BT_III

BT_IV BT_V

Festplatte

Die vorhandene Festplatte hat eine Einbauhöhe von 9,5mm und die SSD lediglich 7,5mm. Sandisk liefert sogar ein 2mm Rahmen mit Klebebefestigung falls der Einbau dies erfordert. Dieser wird jedoch nicht benötigt, da die Festplattenhalterung die SSD richtig ausrichtet und ein 2mm Deckel auf der SSD bringt keine Vor- bzw. Nachteile.

HDD_I HDD_II HDD_III

Arbeitsspeicher

Dies ist bei weitem die einfachste Arbeit und erfordert nur ein gutes Auge und keine rohe Gewalt. Der Ausbau erfordert lediglich ein leichtes Spreitzen der beidseitigen Haltnase und schon stellt sich das Modul von selbst leicht Schräg auf.
Ohne eingebaute Module, sind die „Nasen“ an den Sockeln zu sehen. Diese sind für die Verpolung der Module aus Sicherheitsgründen vorhanden. Das Gegenstück am RAM Modul ist die Aussparung an selbiger Stelle. Eine physikalische Inkompatibilität ist natürlich möglich und sollte nicht mit Gewaltsamen drücken forciert werden.

RAM_I RAM_II RAM_III

RAM_IV RAM_V

USB 3 Steckkarte

Der bisher nicht genutzt Express Card 54 Einschub ist dank 2GBit/s Anbindung ideal für eine USB 3 Einsteckkarte. USB 3 wird zwar mit 4-5 GBit/s definiert und die Anbindung nutzt dann zwar „nur“ die Hälfte der Geschwindigkeit, jedoch bringt USB 2 gerade mal knapp 0.5 GBit/s zusammen.
Dieses Modell hat sogar noch ein extra Anschluss für eine USB Stromversorgung und trägt baulich auch nicht so groß auf, wie die meissten anderen Karten. Einziger Wehrmutstropfen ist, das je nach Zugkraft am Stecker die Karte mit herausgezogen wird.

USB3_I USB3_II USB3_III

BIOS

Bevor das Betriebssystem installiert werden kann, muss bei einer so großen Änderungen der Hardware, erstmal das BIOS aufgerufen werden. Um in das BIOS zu gelangen, musst nach dem Einschalten die Taste F2 gedrückt werden, bis der Hinweis erscheint das das BIOS geladen wird. Leider ist die zu verwendete Taste(-kombination) nicht Standardisiert und somit kann aus bei einem Hersteller vorkommen, das die Taste von Modell zu Modell unterschiedlich ist.
Im BIOS angekommen ist erstmal die Gesamtübersicht interressant. In dieser sind die Änderungen schon ersichtlich. Die SSD wird korrekt mit 128GB angezeigt, der Modem Controller ist nicht mehr vorhanden, die WLAN Karte wird als Intel Wireless erkannt und das Bluetooth Modul ist auch installiert.

BIOS Übersicht

BIOS Übersicht

 

Der nächste Blick geht auf die Arbeitsspeicher Information. Der verwendete Arbeitsspeicher ist auch OK, da die 4 GB angezeigt werden. Somit passt auch dieser Abschnitt.

BIOS - Arbeitsspeicher

BIOS – Arbeitsspeicher

 

Da die analoge Modem Karte entfernt wurde, wird auch im BIOS diese Option deaktiviert.

BIOS - Modem

BIOS – Modem

 

Der Intel Prozessor unterstützt schon die Virtualisierungs Technologie, daher ist es wichtig, dies auf im BIOS zu aktivieren. Dies schlägt sich positiv nieder, wenn später mit dem VMware Player das alte virtuelle Windows XP benutzt wird.

BIOS - Unterstützung für Virtualisierung

BIOS – Unterstützung für Virtualisierung

 

Bluetooth ist jetzt enthalten, also auch im BIOS aktivieren. Da sonst mit dem Funk Hotkey WLAN und Bluetooth nicht gemeinsam aktiviert/deaktiviert werden kann.

BIOS - Bluetooth

BIOS – Bluetooth

 

WLAN wird jetzt wieder mit der internen Karte betrieben, daher auch diese Option wieder aktivieren.

BIOS - WLAN

BIOS – WLAN

 

Da bisher kein WLAN und Bluetooth vorhanden war und Dell mit einem Funk Hotkey die Option anbietet, damit WLAN und Bluetooth einzuschalten, muss in dieser Auswahl auch beide Funkmodule aktiviert werden, wenn so gewollt.

BIOS - BT und WLAN Hotkey

BIOS – BT und WLAN Hotkey

 

Die ganzen Änderungen beim beenden des BIOS speichern und ab dann gelten diese Änderungen.
Alle Abdeckungen und Befestigungen werden als letztes wieder montiert. Eventuell muss ein Modul neu gesteckt werden oder die Antennenkabel sind vertauscht, daher erstmal weiter mit der Installation des Betriebssystem.

Windows 7 installieren

Die Windows 7 Installation bringt jetzt nichts Neues mit sich und die SSD wird nicht sonderlich Partitioniert. Es bleibt bei einer Partition (Betriebssystem / Programme / Daten) und sonst einfach weiter weiter weiter …

Treibererein

Die Windows 7 Installation verlief ohne Probleme und jetzt geht es dann ans Eingemachte. Im Vorfeld habe ich alles schon heruntergeladen was benötigt wird. Die Dateien sind anhand des Ablauf durchnummeriert, damit erspare ich mir das Gesuche wann was wie installiert wird. Die Lücken sind der Nummernkreise geschulten. Bis 20 sind Treiber, 21-40 Einmalige Tools, 41-60 Kernapplikationen, 61+ sind Dauerhafte Tools und Applikationen.

Übersicht zu installierende Dateien

Übersicht zu installierende Dateien

 

Windows 7 bringt schon sehr viele passende Treiber mit bzw. gibt es keine offiziellen Treiber von Dell und Hersteller. Lediglich der Grafikkarten Treiber war eine „Besonderheit“. Da die Grafikkarten Hersteller die Treiber „Pflicht“ auf die Notebook Hersteller abwälzt. Daher war es nicht verwunderlich, das Dell kein Windows 7 64 Bit Treiber für die ATI X1400 anbieten kann, da Dell nur eine Support bis Vista unterstützt. Zu dem Problem gibt es einige Lösungen, jedoch meist mit 3rd Party Tools und manuelles rumgefummel. Einfacher war jedoch die Lösung im Microsoft Forum bzw. die CAB Datei vom Microsoft Update Katalog herunterladen und entpacken. Schwupps konnte im Hardwaremanager via die INF Datei die VGA Karte aktualisiert werden.
Nach der Installation des AntiViren Scanner und Office 2010 ist die Stunde der Microsoft Updates geschlagen. Nach gut 90 Minuten war der ganze Spuk vorbei und das Grundsystem steht und hat auch sonst keinerlei Fehlverhalten gezeigt.

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abgelegt in Hardware.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    dank der sehr ausfühlichen Beschreibung hier habe ich mich auch entschlossen, meine Dell aufzufrischen….
    Allerdings habe ich das (hier leider nicht beschriebene) Problem, das die USB 3.0 PCMCIA Karte nicht erkannt wird
    – nicht im Gerätemanager
    – nicht beim einstecken der Karte
    – x Treiber probiert = keine Regung

    Meine Karte sieht original aus, wie die hier abgebildete……
    Allerdings !!!!! ich habe WIN 10 am laufen !!!!

    Kann es daran liegen? Oder gibt es inzwischen dafür irgendwelche Updates?

    Ich habe leider nichts weiter im Netz gefunden und würde mich über Hilfe sehr freuen.

    Vielen Dank nochmal – meine Dell´s laufen ansonsten besser denn je…..

    • Hallo Bernd,
      mein Dell schlummert leider jetzt im Keller ;-) Wäre jedoch eine Versuchung Wert ein Inplace Upgrade auf W10 durchzuführen. Schau ich mir mal die Tage an…
      Zu Deinem Problem mit der Karte, kannst Du diese in ein anderes Gerät testen, welches ggf noch W7/8.1 hat? Hast Du noch andere PCMCIA Karten welche Du mit W10 testen kannst? Hat die Karte jemals funktioniert? Bei meiner war ein Stromadapter von USB für die Karte dabei, hast das Kabel schon am USB/Karte gesteckt, evtl fehlt noch ein wenig Spannung? Im BIOS ist wird die Karte erkannt bzw. ist nicht deaktiviert? Klingt sonst adhoc nach einer Defekten Karte oder die Schnittstelle am Board.
      Im Gerätemanager gibt es keine Ausrufezeichen von einer Hardware? Nicht das ein Treiber Update für die PCMCIA Schnittstelle nötig ist. Das wäre noch ein Punkt wo ich ansetzen würde, die Treiber der PCMCIA Schnittstelle zu aktualisieren.

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