Online Umfragen – Kann jemand davon leben?

(Foto Nemo / pixabay.com) Drei Monate lang habe ich mich mit diversen Anbietern für Online Umfragen im Selbstversuch durchgeklickt. Von Licht bis Schatten war alles vertreten, lest weiter wer mehr wissen will.

Anbieter von Panels / Online Umfragen

Die Auswahl an Anbieter (Panels) ist groß und unüberschaubar. Es gibt Blogs/Portale welche sich nur mit dem Thema beschäftigen. So ganz sauber sind aber jene Seiten nicht. Viele sehen schon aus wie „Professionelle“ Vermarkter für andere Panels, um gezielt diese zu pushen. Absolut neutrale Seiten hatte ich in der Zeit nicht gefunden, zumindest welche auch mal Kritik äußern oder von bestimmten Panels abraten.

In den drei Monaten war ich bei folgenden Panels angemeldet (alle Links ohne Ref bzw. Affiliates!):

Erste Schritte

Bei allen gleich ist nach der Anmeldung erst mal ein Profilierung wichtig, jedoch nicht immer zwingend verpflichtend. Für jeden Betreiber empfehle ich auch eine separate Emailadresse, was sich für das Filter im Postfach und Trennung von mehreren Profilen günstig auswirkt. In der Profilierung werden schon die ersten Weichen für kommende Umfragen gestellt. Wer kein Auto hat, wird voraussichtlich auch wenige Umfragen erhalten welche rund um das Thema Auto sind. Schon in dieser Anfangsphase lässt sich erahnen welche Sammelwut manche Panels ans Tageslicht bringen. Mittlerweile sollte wirklich jeder Sicherheitsbedenken haben, wenn es um das Preis geben von Informationen geht. Doch eines ist klar, wer die Wahrheit preis gibt ist selbst daran schuld. Die Betreiber müssen sich auf die Profilierung verlassen, denn wie soll dieser die Angaben gegen prüfen? Lügen haben viele Umfragen, anders kann ich mir das nicht vorstellen, wieso ich bei manchen Panels an so vielen Umfragen teilnehmen konnte.

Meiner Meinung nach ist eine gute Story eines Fake Profil eine gute Grundlage. Ein 40 Jähriger Single der noch bei Hotel Mama lebt und mit den öffentlichen Verkehrsmittel noch zur Uni geht, ist im Vergleich zu einem verheiratet mitte 30er mit zwei Kinder wohnend im eigenen Heim und Vollzeitjob, nicht gern genommenes Rasterprofil. Das ist jedenfalls meine Erfahrung bei den Panels, welche ich mit verschiedenen fiktiven Profilen erstellt habe.

Inwieweit dann überhaupt Umfragen ein repräsentatives Ergebnis wieder geben, lass ich mal so im Raum stehen. Klar ist jedenfalls, dass nur mit Lügen erfolgreich an Umfragen teilgenommen werden kann, da die Wahrheit doch recht früh ein Rausschmiss aus der Umfrage endet. Strange !!!

Wer eh schon die ganze Zeit im Internet verweilt und das ganze etwas versüßt haben möchte, könnte mit Online Umfragen ein kleines Taschengeld erhalten. So wirklich davon leben könnte jemand sicherlich, nur zu welchem Preis? Zeit und Motivation!

Wer davon nicht genug hat, wird sicherlich schnell das Handtuch werfen. Manche Umfragen sind spannend, wenn es um neue Produkte bzw. Kampagnen geht, können aber auch lang und frustrierend sein, wenn es Produktvergleiche geht oder frühe Screen Outs ohne Boni.

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Foto Nemo / pixabay.com

 

Wie geht es weiter?

Die größte und Zeitaufwendigste Hürde ist genommen. Die Profilierung wird bei einigen schon mit Punkten prämiert und teilweise kommen dann die ersten Einladungen via Email schon rein. Wird ein Profil gar nicht ausgefüllt, gibt es kaum Einladungen, also das fiktive Profil beim Panel auch hinterlegen. So unterschiedlich wie die Panels mit einer Belohnung werben, so unterschiedlich sind auch die Anzahl der Einladungen. Viele Einladungen bedeuten nicht wirklich viele Punkte bzw. Bares.

Zum Beispiel hatte ich bei „mysurvey“ keine Profildaten hinterlegt und hatte auch in dieser Zeit nur ein paar Einladungen erhalten. Das Gegenteil ist dann „Survaysavvy“, voll ausgefülltes Profil und eine ganze Einladung erhalten.

Das Nervigste sind die Screenout / Ausgefiltert zu werden. Dies passiert normal in den ersten paar Fragen. Wenn die gegebenen Antworten nicht dem gesuchten Umfrageprofil entsprechen, kann auch ein späterer Ausschluss passieren und das evtl kurz vor Schluss. Die Belohnung bei einem Rausschmiss ist nicht bei jedem umsonst, bei einigen gibt’s Lose für eine Sonderziehung von Geldbeträgen. Die ersten paar Fragen sind eigentlich immer gleich. Nach dem Geschlecht und Alter, wird ironisch meist Nachgefragt, ob man nicht schon Umfragen wie diese durchgeführt hat, oder ob jemand Mitarbeiter in einer Werbefirma etc ist. Aber das Lehrgeld ist schnell bezahlt und das fiktive Profil wird dann um ein paar Punkte ergänzt. Ganz dreist sind Umfragen, welche noch eine Webcam verlangen, damit die Auswerter dann sehen, wie derjenige auf die Fragen agiert. Noway!!! Geht mal gar nicht und passt auch nicht zum fiktiven Profil ;-) Ein weiteren Sonderfall hatte ich auch noch, das eine App am Smartphone installiert werden soll, um das Surfverhalten der nächsten 30 Tagen zu analysieren, geht’s noch?!

Manche Panels haben auch Apps im Angebot, bei GlobalTestMarket ist es eher nur eine Info App um sein Punktestand und anstehende Einladungen zu sehen. Bei Toluna geht das Ganze ein Schritt weiter, denn es gibt bei der App definitiv auch Umfragen für das Smartphone. Diese sind sehr kurz (bis 60 Sekunden) und werden auch sehr günstig bezahlt.

Pflicht ist der Flash Player und Sound, ohne Player fallen noch ein paar weitere Einladungen aus dem Rennen. Damit das fiktive Profil abgerundet wird, ist ein separater portabler Browser mit eigenem Flash Player eine gute Alternative. Dann können im schlimmsten Fall nur die Umfragen getracked werden.

Ab und an gibt es auch noch Sonderfragen innerhalb oder vor einer Umfrage, ob wirklich eine natürliche Person die Umfrage durchführt und kein automatisiertes Programm. Bei falscher Antwort gibt es gleich ein Rausschmiss, also ab und an mal schauen was wild herum geklickt wird.

Eine abgeschlossene Umfrage wird nicht immer sofort dem Konto gut geschrieben, dies kann je nach Einladung und Panel sogar bis zu 30 Tage dauern.

Was kommt dabei herum?

Die Panels belohnen einen entweder mit Punkten, welche in Gutscheine getauscht werden können, oder in Euro via Paypal / Überweisung. Am Ende ist der Gegenwert der Belohnung immer in Euro zu sehen und vom Gegenwert sind die Gutscheine fast gleichauf, z.B. hat Amazon Gutschein den gleichen € Wert wie z.b. von Saturn. Andere Panels sammeln jedoch Belohnung gleich in Euro und wenn der Mindestbetrag erreicht ist, kann dieser dann Ausgezahlt werden. Anstatt sich selbst zu belohnen ist auch eine Spende der Punkte/Euro möglich, welche der Betreiber dann direkt einer Hilfsorganisation zukommen lässt. Transparent ist das ganze jedoch nicht, liegt wohl generell am Thema „Spenden“.

In Zahlen ausgedrückt sieht das dann so aus

Consumer Opinion 6,35 € Auszahlung
GlobalTestMarket 40 € Gutscheine
Ipsos 20 € Gutscheine
Mafo 17 € Gutscheine
Meinungsstudie 30 € Auszahlung
Summe 113,35€
mysurvey 0 € Gutscheine
Survaysavvy 0 € Auszahlung
Trendfrage 1 € Gutscheine
Marketagent 1,50 € Auszahlung
Hiving 2 € Gutscheine
Meinungsplatz 2,30 € Auszahlung
Moviepanel 4 € Gutscheine
Summe 11€

Kleiner Sonderfall ist Toluna, welcher erst im letzten Monat dazu gekommen ist. Dieser Betreiber hebt sich immens vom restlichen Feld ab, da noch eine Community herum gibt, in der auch Punkte gesammelt werden können. In einem Monat kamen jedoch nur 2€ zusammen, wobei es im Vergleich zu den nicht lohnenden Betreiber der beste Wert ist.

Wenn die ermittelten Wert ein Jahr hoch gerechnet würde, sind es locker 450€ als Taschengeld. Ob das jetzt für einen viel ist oder nicht, ist abhängig von der investierten Zeit.

Empfehlung

Eine klare Empfehlung will ich nicht aussprechen, da das individuelle Profil sicherlich den größten Einfluss auf die Einladungen hat. Nach drei Monaten haben sich bei mir jedenfalls zwei Gruppen herauskristallisiert. „Lohnt“ und „Lohnt gar nicht“, anders kann ich die zwei Klassen nicht nennen.

Lohnt:

Lohnt nicht:

Resümee

Gute Story für ein Profil und eine Handvoll Panels, das reicht! Wer nebenbei ab und an ein Gutschein braucht ist das eine gute Grundlage und durchaus vertretbar vom Verhältnis Preis/Leistung.

Jedoch sollten die Panels immer individuell bewertet werden, um nicht in eine „Kostenlos“ Belohnung zu fallen, weil der erzielte Umsatz nicht im Verhältnis zu der Zeit steht. Daher empfehle ich monatliche Erfassung der Belohnung gegenüber allen teilnehmenden Panels.

Eines sollte nicht vergessen werden! Es wird zwar die Freizeit für Umfragen geopfert, um sein Taschengeld aufzubessern, jedoch ist das erwirtschaftete Taschengeld steuerpflichtig anzusehen. Inwieweit sich das ganze definiert und der Fiskus etwas einfordern kann, ist meiner Meinung nach ohne Steuerberater nicht zu pauschalisieren, da der Einzelfall immer individuell zu betrachten ist.

Dann mal viel Spaß beim Taschengeld aufbessern ;-)

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